Salzburger Tiergarten Hellbrunn

Reise der Tierparkfreunde im Herbst 2000


Bereits im Jahre 1424 ließen die Erzbischöfe von Salzburg am Hellbrunner Berg einen Tiergarten anlegen. Die Schloßanlage Hellbrunn, 1613 vom Fürsterzbischof Sittikus errichtet, erhielt zur geistigen Erbauung der hohen Herren und ihres Gefolges auch eine Menagerie. Die heute noch um den Tiergarten verlaufende Mauer stammt aus dieser Zeit. Einheimisches Rotwild, weißes Damwild und Steinböcke wurden dort gehalten. Heute erleben die Besucher, am 9.9.2000 waren es die Tierparkfreunde aus München, einen nach geographischen Vorstellungen angelegten Zoo. Die Tiere, die im natürlichen Habitat gemeinsam leben, werden zusammen auf einer Anlage gehalten.

 
(Bild: Der hier an seinem Bachlauf stehende Europäische Braunbär lebt mit dem Luchs auf einer Anlage. Das weitläufige Areal gibt genügend Ausweichmöglichkeiten, um etwaige Konflikte zu vermeiden. In der kalten Jahreszeit lebt der Luchs alleine auf der Anlage, weil der Braunbär seinen Winterschlaf hält.)

(Bild: Der Jaguar ist der einzige Vertreter der Großkatzen in Amerika. Vom Urwald bis zur Savanne ist er anzutreffen. Auch Wasser scheut er nicht, schwimmen kann er gut, schnell und ausdauernd. Wegen der Rodung der Regenwälder und der landschaftlichen Nutzung und der Jagd nach seinem Fell ist er heute vom Aussterben bedroht. Da haben es die beiden in Hellbrunn herumstreifenden Katzen schon besser: Außer aufdringlichen Fo- tografen stört niemand ihren ruhigen Tagesablauf.)


Der Haupteingang selbst sieht schon wie ein kleines Schoß aus. Rechts davon ist die alte Umfassungsmauer deutlich erkennbar. Der im Hintergrund erkennbare Felsrücken verschafft den meisten Gehegen eine Natürlichkeit, die von Landschaftsbauern aus Hollywood niemals erreicht werden könnte, denn das getrübte Auge des Kundigeen Zoobesuchers läßt sich nicht täuschen.


(Bild: Oberhalb der Waldgrenze (3.200 Meter Seehöhe) liegt das Revier des Europäischen Steinbocks. Auf Felsbändern und Gebirgswiesen sucht er seine Nahrung. Im 19. Jahrhundert war seine endgültige Ausrottung fast erreicht. Nur durch große Anstrengungen ist es der Europäischen Zoogemeinschaft gelungen, diesen gewandten Kletterer wieder im Alpenraum anzusiedeln. So wurde z.B. 1994 und 1995 30 Alpensteinböcke im Nationalpark Hohe Tauern in ihre ursprüngliche Heimat entlassen.)


(Bild: Seit den 60er Jahren werden in Salzburg Weisskopfgeier betreut. Derzeit leben bei Hellbrunn 13 der majestätischen Segler.Sie haben einen Aktionsradius von 160 Quadratkilometern und brüten am 5 km entfernten Untersberg. Sie leben vollkommen frei, und bei unserem Besuch waren den ganzen Tag über nur 2 der großen Aas- fresser zu sehen. Zum Überwintern ziehen sie nach Süden an die jugoslawische Adria. Mancher Jungvogel sucht sich auf den Rückweg ein neues Revier in den Alpen. Somit schließt sich der Kreis, die Wiederansiedlung im Alpenraum ist gelungen.)

(Bild: Absolut sehenswert ist die Anlage, auf der Oryx-Antilope, Wasserbock, Impala, Zebra, Sattelstorch und Nashorn eine Lebensgemeinschaft bilden. Der Autor würde sich wünschen, daß auch andere Zoologische Gärten die Idee des gemeinsamen Lebensraumes aufgreifen, und so dem Besucher ein fast vollständiges Bild der natürlichen Lebensräume ermöglichen. Besonders reizvoll war bei unserem Besuch der Anblick der Nashörner -sie stammen zum Teil aus Hellabrunn- mit dem weiträumiger Blick auf Föhnwolken und Gebirge).




Der ganze Tag, bei herrlichem Wetter war für uns Münchner Gäste ein großes Erlebnis. Besonderer Dank gilt Herrn Dr.Slotha, der uns sehr umfassend und angenehm fast den ganzen Tag über begleitet hat. Respekt auch den Münchner Tierparkfreunden, die sich auf dem langen Rundgang tapfer gehalten haben. Allen meinen Lesern wünsche ich ein gesegnetes Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2001.

Harry Kinder.

Ausgabe 1/01

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